Wärterhäuschen in Rudolstadt weg


 
Waerterhaeuschen in Rudolstadt weg
In der vergangenen Woche, also Mitte September verschwand sozusagen sang- und nahezu klanglos das ehemalige Wärterhäuschen Rudolstadts an der Saale-Eisenbahn-Strecke.
In dem traurigen Zustand, in dem es sich die letzten Jahre befand, konnte es tatsächlich nicht bleiben. Es hätte allerdings eine wesentlich bessere Lösung gegeben, wenn die zuständigen Stellen rechtzeitig darüber entschieden hätten.
Nachdem das alte Stellwerk im Zuge der Digitalisierung und damit der Verlegung der Kontrolle der Bahnschranken Rudolstadts nach Leipzig ausgedient hatte, wurde das Wärterhäuschen am ehemaligen Bahnübergang an der alten Rudolstädter Stadtbrücke dem Verfall preis gegeben.
 
Dabei hätte man daraus ein wunderschönes technisches Denkmal mit dem alten Stellwerk machen können. Es hätten sich bestimmt sogar ehrenamtliche Helfer gefunden, die gemeinsam mit der Bahn und der Stadt und vielleicht kulturinteressierten Investoren dieses Technikdenkmal als kleines Museum, für dessen Besuch man sogar einen geringen Eintrittspreis hätte einnehmen können, betrieben hätten.
 
Nun sieht es für Fremde so aus, als wäre an dieser Stelle nie was gewesen. Waerterhaeuschen in Rudolstadt weg
Für Rudolstädter und sicher auch frühere Besucher fehlt ein Stück sichtbare Erinnung.
War doch das alte Wärterhäuschen auch Zeichen dafür, sobald es in Sicht kam, jetzt im Zug aufzustehen, die Jacke anzuziehen und das Gepäck in die Hand zu nehmen, wenn man am Bahnhof Rudolstadt aussteigen wollte, zumindest aus Richtung Berlin. - Ja bis vor wenigen Jahren (auch in der Nachwendezeit!) hielten in Rudolstadt noch D- und Eilzüge aus der Hauptstadt und anderen Gegenden.
 
Bis 2004 dürfte das Wärterhäuschen auch vielen im Stau an den Schranken zwischen Rudolstadt und Cumbach aufgefallen sein. Glücklicherweise gibt es seit Oktober 2004 die neue Cumbacher Brücke, die über die Bahnschienen der Strecke München - Berlin führt.
Aber auch so gehörte dieses Häuschen zum Stadtbild Rudolstadts.
 
Als Rudolstadt 1875 an die Saale-Eisenbahn angeschlossen wurde, hatte dies einen wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge. - Bleibt zu hoffen, daß wir 2017 nicht ganz abgekoppelt werden! Rudolstadt ist nämlich trotz des nun fehlenden Wärterhäuschens sowohl kulturell alsauch in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht immer noch wesentlich mehr als nur Provinz im Abseits!


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